Geschichte | Die Dörfer des Bellwalderberges | Das Dorf | Ried | Eggen | Bodmen | Fürgangen |

In seiner «Description du Departement du Simplon» schrieb Dr. Hildebrand Schiner 1812: «Bellwald
ist in einer wirklich schönen Lage. Besonders im Sommer ist es ein Vergnügen, es anzuschauen, denn
es ist lieblich angelegt am Berg. Das Dorf ist ziemlich gross und hübsch und liegt zu Füssen eines schönen Waldes (belle forêt), vom dem es offenbar den Namen angenommen hat. Es liegt neben
einem grossen Gletscher, aber doch eine gewisse Distanz von ihm entfernt. In dieser scheinbar wilden
Gegend an der Seite des Gletschers und am Fuss des Waldes gibt es grosse und schöne Matten. Die
Bewohner sind schlank, lebhaft und geistreich, und besonders das holde Geschlecht hat eine schöne Hautfarbe. Es gibt dort keine «Cretins» oder Leute mit einem Kropf. Das Benehmen der Bewohner
dieses Dorfes ist irgendwie allen Gommern eigen; sie sind nicht gerade höflich, aber darum nicht
weniger rechtschaffen.»

Wann dieser sonnige Bellwalderberg besiedelt wurde, liegt für uns im dunkeln. Dass die Steinzeit-
menschen, von denen man im Binntal Gräber aus dem z. und 3. Jahrtausend v. Chr. gefunden hat,
sich ins Gebiet des heutigen Bellwald hinauf wagten, ist kaum anzunehmen. Auch die Menschen der
Bronzezeit um 1000 v. Chr. und der Eisenzeit haben keine Spuren hinterlassen. Von den Kelten und
Römern, die im 8. und 9. Jahrhundert n.Chr. von den Allemannen verdrängt wurden, haben sich
ebensowenig Zeugnisse erhalten, ausser vielleicht einige Ortsbezeichnungen.

Die einzelnen Siedlungen am Bellwalderberg werden sich wohl aus Einzelhöfen entwickelt haben.
Es entstanden die Dörfer Bellwald, Ried, Eggen, Bodmen und Fürgangen, die heute noch bestehen. Ausgestorben und verschwunden sind die Weiler Nesselschlucht, Schlettern, Willera, Ze Fäle und
Z'Mettje. Auch vom ehemaligen Stafel auf der Alpe Richinen, der wie ein richtiges Dorf mit Wohn-
hütten und Ställen aussah, sind ein einziges Gebäude und die Kapelle übriggeblieben. Alles andere
zerfiel oder wurde abtransportiert. Zwei Sennhütten wurden als Museumsstücke gerettet.


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