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Die Geschichte des höchstgelegenen Gommerdorfes Bellwald (1563 m ü.M.) kann nicht mit Bischöfen
und Landeshauptmännern auftrumpfen wie Münster und Ernen. Nicht einmal über das «Bei» oder
«Bell» im Namen wissen wir Bescheid. Durch Lautverschiebung könnte aus «Fellwald» Bellwald
geworden sein, musste doch bei der Besiedlung des Gebietes der Wald «gefällt» und gerodet werden.
Es soll Zeiten gegeben haben, da es jeder Familie zur Pflicht gemacht wurde, jährlich mindestens
sechs Bäume zu fällen, um das nötige Kulturland zu gewinnen. Zur Lage des Dorfes auf einer Anhöhe
würde auch «Bielwald» passen, umsomehr noch heute ein Dorfteil den Namen «Biel» trägt, und in
alten Schriften oft vom Bellwalderberg die Rede ist.
Ob es nun einst «Fell» oder «Biel» geheissen hat, an «Wald» gibt es nichts zu deuten. Nach der Sage
sollen die Bellwalder aber auch beim Wald zu kurz gekommen sein, weil sie in ihrer Ängstlichkeit
(darum der Übername Hasen) sich nicht vorzudrängen wagten, als im Goms der Wald verteilt wurde.
Zum Trost habe der Herrgott ihnen den Namen Bellwald gegeben. Die Sonne und die weite Rundsicht
aber liessen sich die Bellwalder nicht nehmen.